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Creditreform

Das Landesarbeitsgericht Schleswig-Holstein hat entschieden, dass Arbeitnehmer abgemahnt werden dürfen, wenn sie unfreundliche E-Mails an Kunden versenden.

Der Fall: Hier wurde ein Ausbildungsberater von seinem Arbeitgeber abgemahnt – in Reaktion auf eine E-Mail des Beraters an einen Kunden. Als dieser den Ton in der E-Mail beanstandete, legte der Berater nach und  antwortete, dass „die Freundlichkeit nach 20 Anrufen am heutigen Tag einfach ausbleibt“. Hierauf erteilte der Arbeitgeber eine Abmahnung. Der Arbeitnehmer verlangte nun vor Gericht, die Abmahnung aus seiner Personalakte zu entfernen.

Die Entscheidung: Laut Gericht kann eine Abmahnung nur entfernt werden, wenn sie (a) inhaltlich unbestimmt ist, (b) unrichtige Tatsachenbehauptungen enthält, (c) auf einer unzutreffenden rechtlichen Bewertung
des Mitarbeiterverhaltens beruht oder (d) der Grundsatz der Verhältnismäßigkeit verletzt ist. Eine weitere Möglichkeit: Es besteht bei einer zu Recht erteilten Abmahnung kein schutzwürdiges Interesse des Arbeitgebers
an deren Verbleib in der Personalakte. Da keiner dieser Gründe im vorliegenden Fall erfüllt ist, habe die Abmahnung in der Personalakte zu verbleiben, so die Entscheidung des Gerichts (Az.: 2 Sa 17/14).

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