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Creditreform

Wenn Veranstaltungen und Gastronomie in Corona-Zeiten wieder möglich sind, dann wohl nur unter anderen Vorzeichen: Einlass ohne Papierticket, Getränke bestellen ohne Anstehen und zahlen ohne Bargeld. Die App GRID hilft Clubs und Bars, Restaurants, Konferenzen und Messen beim digitalen Neustart.

 

Das Problem

Um zu erkennen, dass die Digitalisierung die Partykultur verbessern kann, brauchte es kein Corona. Bargeld, das gestohlen wird, Tickets, die versehentlich zu Hause bleiben, anstehen an der Theke – und wann kommt endlich jemand, der den verschmutzten Stehtisch abwischt?

Schön, wenn das alles der Vergangenheit angehören würde – und das lästige Ausfüllen von Kontaktlisten auf Papier in Pandemiezeiten gleich mit. Zwar gibt es für vieles davon bereits eine Anwendung. Services wie Payment, Ticketing und Kontaktverfolgung laufen aber normalerweise getrennt voneinander.

 

Die Lösung

Mit GRID ist all dies in einer App möglich: Ticket kaufen, Essen bestellen, bezahlen und Kontakt hinterlegen. Bei Events, in deren Eintrittspreis ein Mindestverzehr vorgesehen ist, wird dieser automatisch verrechnet.

Getränke können direkt von der Tanzfläche aus bestellt werden – und falls ein Tisch gesäubert werden muss oder die Gäste mehr Eis benötigen, kann auch das über die App erbeten werden. Darüber hinaus gehört der Verlust der Garderobenmarke der Vergangenheit an – sie wird von GRID digital erzeugt und in der App gespeichert.

Ist die Anwendung nur fürs Nachtleben geeignet? Mitnichten. „Hotels, Gastronomie, Messen, Konferenzen und sogar Fußballstadien – für das alles kann GRID genutzt werden“, sagt Gründerin Jasmine Ezz. „Wir statten sie mit Druckern und mit Tablets aus. Darüber können die Gäste dann bestellen und der Bestellzettel landet direkt beim Barkeeper, dem Servicepersonal oder in der Küche.“

Falls keine zusätzliche Programmierung nötig sei, könne das System innerhalb weniger Tage vor Ort implementiert werden. „Wir stehen mit der App noch am Anfang und sehen unsere Kunden als Partner, die GRID anfangs kostenlos nutzen können“, sagt Ezz. Später erfolge eine individuelle Preisgestaltung: „Wir können einer Bar nicht das Gleiche wie einem Fußballstadion berechnen.“

 

Die Anwendung

Einer dieser Partner ist Tom Preuss. Er betreibt die Kiesgrube in Neuss bei Düsseldorf, ein Open-Air-Club für elektronische Musik. Normalerweise zählen Preuss’ Events 3.000 bis 3.500 Gäste.

So er in Corona-Zeiten öffnen durfte, konnte er immerhin 300 bis 350 Gäste auf festen Plätzen empfangen. Seated Open Air nennt sich das – die Gäste verzehren, feiern und tanzen an derselben Stelle.

„Wir haben GRID 2019 eingeführt“, sagt Preuss. Der Clubbetreiber ist zufrieden: „Im Jahr 2020 haben wir unsere Events nur mit GRID abgewickelt, alle Veranstaltungen liefen komplett ohne Bargeld und die Kontakterfassung lief automatisch.“

Preuss will den Service auch nach Corona weiter nutzen. „Digitales Ticketing, Bestellen und Bezahlen aus einer einzigen App, das ist schon sehr praktisch.“