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Creditreform

Warum ist ein Energieeffizienz-Management für ein Unternehmen wichtig? Nur wegen der steigenden Energiekosten?

Nein, die sind zwar ein wesentlicher Faktor. So ist nach Berechnungen des Bundesverbands der Energie- und Wasserwirtschaft der Strompreis für Industriekunden zwischen 2009 und 2012 von 11,40 Cent pro Kilowattstunde auf mehr als 14 Cent gestiegen, jeweils inklusive Steuern. Mittelständische Unternehmen bezahlten 2012 bei Neuabschluss eines Vertrages mit einem Energieversorger im Vergleich zu 1998 rund 50 Prozent mehr. Eine höhere Energieeffizienz bedeutet somit auch geringere Kosten. Hinzu kommen aber auch neue gesetzliche Regelungen, die Unternehmen zu einem effizienteren Umgang mit Energie verpflichten.

Welche Regelungen sind das?

Die Bundesregierung hat sie mit Wirkung 1. Januar 2013 in einer Novelle des Energie- und Stromsteuergesetzes umgesetzt. Die Regelung sieht unter anderem vor, dass Unternehmen nur dann in den Genuss von Steuerbegünstigungen kommen, wenn sie nachweislich ihren Energieverbrauch systematisch erfassen und regelmäßig mithilfe von Audits überprüfen. Eine wesentlich umfassendere Regelung ist erst auf dem Weg in deutsche Gesetze: Die Europäische Energieeffizienz-Direktive, kurz EED wurde im vergangenen September im EU-Parlament beschlossen. Bis spätestens Juni 2014 muss sie in allen 27 Ländern der EU in nationales Recht umgesetzt sein. Unter diesem Gesetz werden alle Firmen, die kein KMU sind, berichtspflichtig.

Verfügen Unternehmen Ihrer Erfahrung nach denn über valide Informationen über ihren Energieverbrauch?

Leider nein: Die meisten Firmen haben bestenfalls eine nebulöse Vorstellung davon, wie viele Kilowattstunden sie im Jahr verbrauchen oder wie hoch ihr CO2-Ausstoß ist. Auch Informationen darüber, wie hoch der Anteil der einzelnen Energieträger, also Strom, Öl oder Gas, am Energiemix ist, sind Mangelware. Gleiches gilt für Daten zu den Energieverbrauchsmustern, etwa in welchen Bereichen wie viel Energie verbraucht wird. Erschwerend kommt hinzu, dass häufig keine entsprechenden internen Prozesse vorhanden sind, ganz zu schweigen von Verfahren und Tools, mit denen sich aussagekräftige Berichte und Prognosen erstellen lassen.

Welche Optionen haben speziell mittelständische Unternehmen, um verlässliche Daten über ihren Energieverbrauch zu gewinnen?

Das ist in der Tat eine Herausforderung, speziell für ein kleineres Unternehmen, das sich keine kostspielige Energiemanagement-Lösung leisten kann. Einen Ausweg bieten cloudbasierte Lösungen, die sich bedarfsgerecht im Rahmen eines Software-as-a-Service-Modells bereitstellen lassen.

Welche Vorteile bietet eine Cloud-Lösung für das Energieeffizienz-Management?

Ein wesentlicher Vorteil einer Lösung wie „Fujitsu Eco Track“ besteht darin, dass der Anwender sie nicht selbst installieren muss. Sie wird als Service über ein Cloud-Rechenzentrum bereitgestellt. Der Nutzer greift über einen Web-Browser darauf zu. Wichtig ist, dass die Software nicht alleine Verbrauchsdaten ermittelt, sondern dem Unternehmen hilft, weitergehende Ziele zu erreichen.

Nämlich? Welche Ziele sind das?

Auf Basis der Informationen lässt sich beispielsweise ermitteln, wie die Nutzung von Energie optimiert werden kann. Dazu analysiert die Lösung die Betriebskosten und ermittelt auf Basis dieser Informationen, wo Optimierungspotenziale vorhanden sind und in welchen Bereichen Einsparungen erzielt werden können.

Lässt sich somit zusammenfassend sagen, dass ein Energieeffizienz-Management nicht nur für Großunternehmen unabdingbar ist, sondern auch dem Mittelstand Vorteile bringt?

Definitiv! Nicht zu unterschätzen ist übrigens auch die Außenwirkung: Ein Unternehmen hat die Möglichkeit, sich in der Öffentlichkeit sowie gegenüber Kunden, Partnern und Mitarbeitern als umweltbewusstes Unternehmen zu positionieren. Dieser Faktor spielt künftig eine immer wichtigere Rolle.

Die Fragen stellte Ingo Schenk

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