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Creditreform

Wir haben die Expertin um ihre Einschätzungen zum neuen Rollenmodell gebeten. (mil)

Beachten Sie folgende Hinweise:

Nicht nur Operatives

Die Führungskraft, die mit Enterprise 2.0 arbeitet, darf den Fokus nicht mehr nur auf das Operative legen. Die „Führungskraft 2.0“ muss auch die Werte und die Bedürfnisse ihrer Mitarbeiter berücksichtigen. Die Führungskraft 2.0 handelt als „Enabler“, als Stütze hinter dem Prozess, der alle Mitarbeitern zusammenführt. Sie leistet die Entscheidungen nicht mehr im Alleingang, sondern mithilfe von Collaboration-Tools und dem gesamten Team. Enterprise 2.0 gestaltet somit aktive Entwicklungsprozesse im Unternehmen an und ermöglicht Lösungen in Teamarbeit.

Mitarbeiter-Motivation

Die Führungskraft 2.0 sorgt dafür, dass alle Mitarbeiter in die Entscheidungsprozesse einbezogen werden. Die Mitarbeiter müssen einen emotionalen Wert in ihren Projekten finden, damit sie ihre volle Leistung ausschöpfen können. Damit dies möglich ist, gibt es transparente Enterprise-2.0-Tools, die den Austausch im Unternehmen fördern.

Enterprise 2.0

Was sind die Vorteile von Enterprise 2.0? Claudia Hilker nennt vier Argumente:

• Es entsteht ein reger Kommunikationsfluss. Der Austausch funktioniert schneller und effizienter, die Mitarbeiter erhalten direktes Feedback zu ihren Vorschlägen, daraus werden gemeinsam Ideen entwickelt und ausgearbeitet.

• Die Projekte im Unternehmen können einfacher koordiniert werden und der Überblick geht nicht verloren.

• Das Unternehmen wird intern transparenter und schafft ein organisiertes Wissensmanagement.

• Die Mitarbeiter können alle aktiv an Prozessen teilnehmen und Ideen und Vorschläge einbringen.

Beispiel: Volksbank Bühl Connect

Am Beispiel der Plattform „Volksbank Bühl Connect“ erläutert Claudia Hilker, welche Bereiche sich mit Enterprise 2.0 abdecken lassen.

• Es gibt einen Ideen-Raum, in den die Mitarbeiter alle ihre Ideen einbringen können. Dort kommentieren sie ihre Beiträge gegenseitig und entwickeln ernstzunehmende Konzepte.

• Führungskräfte wie der Vorstand haben einen eigenen CEO-Mikroblog. Dort wird über das aktuelle Vorgehen des Vorstands berichtet und die Mitarbeiter können darüber jederzeit in den Dialog mit ihrem Vorstand treten.

• Projekte, die in die engere Planung kommen, werden in den Bereich „Open Projects“ gesetzt und können dort von den Mitarbeitern diskutiert werden. So kann sich jeder aktiv an der Umsetzung beteiligen.

• Für die Nachrichten innerhalb der Firma wurde die bisherige Zeitung in einen internen Blog umgewandelt. Das „Voba Kompakt 2.0“ kann mit „gefällt mir“ markiert, kommentiert und hinterfragt werden. Mit zusätzlichen internen Videos wird das Ganze veranschaulicht, sodass der Unterhaltungswert steigt.

• Neben den wichtigen Teambereichen gibt es noch kleinere Bereiche wie das schwarze Brett für Neuigkeiten und Fragen. Ein anderes Beispiel sind Trainingsbereiche, in denen die Mitarbeiter ihre Fähigkeiten in Sachen Social Media ausbauen können.

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