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Dass sich Elektronik von Autos prinzipiell manipulieren lässt, ist bekannt. Chiptuner nutzen dies schon lange, um etwa mehr PS aus einem Motor herauszukitzeln. Dass jedoch auch die Gefahr von Angriffen steigt, je mehr ähnliche Chips verbaut werden, wurde Anfang August auf der Hackerkonferenz Defcon in Las Vegas deutlich: Ein selbstgebasteltes Set für rund 20 Euro genügte, um die Firmware aktueller Autos auszulesen und mit Veränderungen neu aufzuspielen. Möglich sei dies, weil die meisten Hersteller inzwischen ähnliche Chips einsetzten, behaupten die Hacker im Gespräch mit „Spiegel Online“. Auch gebe es ein gemeinsames Protokoll für den Datenaustausch zwischen den einzelnen Auto-Komponenten und der Werkstatt-Schnittstelle. Der Schutz, den die Hersteller eingebaut hätten, lasse sich bei Autos praktisch aller Massenhersteller binnen Sekunden knacken. Wie das Nachrichtenportal berichtet, hat Toyota inzwischen klar gestellt, dass es sich hierbei aber nicht um Car-Hacking handele – schließlich sei das Auto nicht von außerhalb über Funk angegriffen worden. Trotzdem zeigt sich, wohin der Siegeszug elektronischer Systeme im Auto führen könnte: zu einem Wettlauf zwischen Industrie und Angreifern, ähnlich wie bei anderen Hightech-Produkten.