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Sinkender Spritverbrauch, geringere Emissionen, weniger Staus und niedrigere Steuern: Moderne Fuhrparksoftware bietet eine Transparenz, die Unternehmern, Mitarbeitern und Klima gleichermaßen nützt. Ein Marktüberblick. 

Wissen ist Macht, lautet ein gängiges Sprichwort. Im Fall eines mittelständischen Fuhrparks könnte es auch lauten: Wissen drückt Kosten und Emissionen. Doch wie Axel Vaßen, Flottenexperte und Leiter Public Affairs International bei Lanxess, beobachtet, wissen viele Verantwortliche gar nicht, wie sie am effizientesten den Kraftstoffverbrauch und den Schadstoffausstoß ihrer Flotten senken könnten. Darum hat sein Unternehmen in Zusammenarbeit mit der Technischen Universität München einen speziellen Flottenrechner zum Spritsparen (www.flotte.green-mobility.de) entwickelt.

Das Programm berücksichtigt den Einsatz unterschiedlicher Fahrzeugtypen, vom Pkw und Transporter über Lkws und Busse bis zu Spezialfahrzeugen. Über eine einfach zu bedienende Maske geben die Unternehmen die jährliche Laufleistung, die Reifenklasse, den Verbrauch, die Treibstoffart und weitere spezifische Daten pro Fuhrparkfahrzeug ein. Angezeigt werden danach das gesamte Spritsparpotenzial der Fahrzeugflotte sowie die möglichen Auswirkungen einzelner Effizienzmaßnahmen. „Mit dem Kalkulationsprogramm lassen sich erstmals auch für gemischte Fuhrparks individuelle Ergebnisse errechnen“, so Vaßen. Gemischte Fuhrparks heißt: unterschiedliche Marken und Fahrzeugtypen werden berücksichtigt. Allein durch die Einzelmaßnahme „Umrüsten auf Spritsparreifen“ sind laut Programm bis zu fünf Prozent Kraftstoffersparnis drin. Aufgezeigt wird, wann sich die Investition in einen neuen Pneu rechnet – und um wie viel CO&{two.denominator}; sich der Ausstoß insgesamt verringert. Obendrein zeigt die Software das Spritsparpotenzial und den Umwelteffekt weiterer Maßnahmen an, etwa der Optimierung des Reifenluftdrucks, der korrekten Fahrspureinstellung oder von Fahrtrainings.

Viel Software für wenig Geld

Das Angebot an fuhrparkspezifischen Softwarelösungen ist groß. Fahrzeughersteller, Kfz-Zulieferer, Versicherer, herstellergebundene und -ungebundene Finanzgesellschaften offerieren ihre elektronischen Hilfestellungen kostenlos oder zumindest sehr preisgünstig. Dies soll die Kundenbindung fördern, die Bekanntheit steigern und die eigene Kompetenz unterstreichen. Angeboten werden einzelne Programme für einen bestimmten Einsatzbereich, zum Beispiel das webbasierte elektronische Fahrtenbuch von Masternaut oder Komplettsysteme wie das webbasierte Fuhrparkmanagement von A bis Z. Meist unterteilen sich die Rundum-Systeme in einzelne, separat bestellbare und nutzbare Leistungsmodule.

Darüber hinaus gibt es Offerten, die über den eigentlichen Fuhrparkbereich hinausreichen. Dazu zählen die Angebote mit Car-Policy-Funktion: Enthalten sind Vorschläge für die Dienstwageneinteilung nach firmeninternen Fahrzeugklassen, die Kontoführung je Dienstwagen sowie jeweils eine Marktübersicht über das Modellangebot pro Firmenwagenklasse. Die Se4l beispielsweise verbindet ihre Fuhrparksoftware mit einem Lagerverwaltungs- und Logistiksystem.

Und bei den Softwarelösungen, die auch einen Routenplaner umfassen, besteht oftmals die Verbindungsmöglichkeit zum betrieblichen Geschäftsreisemanagement: Anlässlich einer Businessreise von Stuttgart nach Berlin am Tag X berechnet der Planer die optimale Fahrstrecke unter Berücksichtigung der an jenem Wochentag mit hoher Wahrscheinlichkeit vorherrschenden Straßenverkehrsverhältnisse.

Zu den kostengünstigen Kundenbindungsangeboten gehört die Software K-Control von HDI-Gerling. Auf Knopfdruck bietet sie einen Überblick über alle Fahrzeuge im Fuhrpark mit Technik- und Vertragsdaten sowie Schadendaten und -kosten. Mit einfließen können auch die Schäden, die dem Versicherer nicht gemeldet wurden. Übersichten, Auswertungen und Statistiken entstehen innerhalb von Sekunden. Als ein weiterer Vorteil wird die Online-Anbindung hervorgehoben, die eine tagesaktuelle Verwaltung und den schnellen Datenaustausch mit der Versicherungsgesellschaft ermöglicht. Beim Leaseplan-Produkt bietet die Fuhrparkoptimierungs-Software dagegen eine Vollkostenbetrachtung. Über die gesamte Haltedauer hinweg werden die Kosten – und damit auch das Optimierungspotenzial – pro Fahrzeug sichtbar.

Steuern sparen im Dienstwagen

Das Programm Mini Tax, das Leaseplan zusammen mit Eco Libro anbietet, setzt dagegen einen anderen Schwerpunkt. Es will Arbeitgebern helfen, die dank eines Firmenwagens für (künftige) Mitarbeiter attraktiver werden möchten. Mit dem Programm lässt sich zum Beispiel die ideale Steuerentlastung berechnen. Neben der Ein-Prozent-Versteuerung des Bruttolistenpreises des Dienstwagens, der für die Nutzung des Fahrzeugs anfällt, werden dabei auch die Entfernungskilometer berücksichtigt.

Das gesamte Fuhrparkmanagement in einem System bietet dagegen die Variante von COS: „Wir unterstützen Fuhrparkleiter bei der Verwaltung des Wagenparks und ermöglichen eine wirtschaftliche Alternative zum Outsourcen von Fuhrparkaufgaben“, sagt Geschäftsführer Fridolin Ritter. Die COSware umfasst Verwaltungsfunktionen nach den Bereichen Fahrzeuge/Objekte, Einsatz, Personal, Unterhalt, Kosten und Controlling. Eine weitere Fullservice-Software hat Innuce Solutions im Programm. Zum Basispreis von 1.990 Euro deckt Fleetscape unter anderem ab: das Anlegen und Verwalten von elektronischen Fahrzeugakten mit Daten von Fuhrparkdienstleistern, Mineralölgesellschaften und Leasinggebern, das Reporting mit Auswertungen zu Verträgen, Fahrzeugen, Kosten, Schäden, Kraftstoffverbräuchen, Kilometerständen und Prüfterminen.

Dazu kommen 900 Euro für eine Schulung plus 2,90 Euro pro Monat und Fahrzeug – Ausgaben, die sich dank der erzielten Einsparungen schnell amortisieren.