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Creditreform

Von Ute Latz­ke

Vorbei sind die Zeiten, in denen Unternehmen einseitig ihre Botschaften senden, denn die Nutzer mischen heute aktiv mit – insbesondere die jüngeren, die das Social Web mit dem Internet gleichsetzen. Auch für 85 Prozent der Unternehmen gehört Social Networking bereits zum Alltag, so eine Erhebung des Bundesverbandes Digitale Wirtschaft. Der Bitkom gibt 50 Prozent an – doch immerhin. Kein Wunder, denn im sozialen Networking liegt außerordentliches Potenzial für die Firmen. Social Media fordert sie aber auch heraus, denn man kann dabei viel falsch machen. Zumal die Zeiten längst vorbei sind, in denen es einfach nebenher erledigt werden kann: Das Netz schläft nie! Deshalb erfordert effektives Social Media Fachleute, die zudem ausdrücklich für diese Aktivität abgestellt werden müssen.

Doch was zeichnet einen geeigneten Kandidaten aus, und welche Qualifikation braucht er? Daniel Gremm von der IHK München ist überzeugt: „Praxis schlägt Theorie – das gilt insbesondere für erfolgreiche Social-Media-Manager. Sie sollten vor allem ein guter Kommunikator sein, also zuhören, Kritik annehmen und verständlich erklären. Die technischen Kenntnisse sind zweitrangig, da die Plattformen immer intuitiver werden und die Halbwertszeit von Wissen ohnehin immer kürzer wird.“

Welche Angebote gibt es?

Thomas W. Droste, Online-Projektmanager und IT-Consultant bei Project 01, sieht das ähnlich: „Für mich ist keine spezielle Berufsgruppe besonders geeignet. Vielmehr zählen Einfühlungsvermögen des Social-Media-Managers in die betreute Community sowie seine Kommunikations- und Dialogfähigkeit. Denn er muss auch in Krisensituationen wie dem berühmten ,Shitstorm‘ schnell, bedacht und intuitiv reagieren. Und er sollte die Bereitschaft haben, sich ständig und auch kritisch mit dem Medium auseinanderzusetzen – und zudem seine eigene Arbeitsweise in diese Betrachtung einbeziehen.“

Gute Chancen also für Quereinsteiger. Für jeden Anspruch und Bedarf gibt es die passende Fortbildungsmaßnahme: Neben reinen Studiengängen, die sich hauptsächlich an Berufseinsteiger richten, besteht die Möglichkeit, berufsbegleitend zu studieren, an mehrtägigen Seminaren – auch online – teilzunehmen oder sich von Experten inhouse im eigenen Unternehmen schulen zu lassen.

Die Internationale Fachhochschule Bad Honnef – Bonn (IUBH) zum Beispiel hat zwei neue Bachelor-Studiengänge eingerichtet: Online-Marketing und Internationales Online-Marketing, Studiendauer: sechs Semester, Studiengebühr: 4.645 Euro/Semester.

Die SRH Hochschule Berlin bietet den Studiengang „Betriebswirtschaft: Schwerpunkt „E-Business & Social Media“, Studiengebühren: 700 Euro/Semester.

Die FH Köln bildet in neun Tagen zum Social-Media-Manager aus für 1.140 Euro.

Eine praxisnahe und berufsbegleitende Ausbildung „im realen Multimediaumfeld“ verspricht das ILS – Institut für Lernsysteme (Preise nur über Log-in).

Die sma Social Media Akademie bietet berufsbegleitende Weiterbildung für Kommunikations- und Marketingprofis sowie Führungskräfte rund um Social Media als Online-Seminar, Webinar oder Inhouse-Workshop. Gebühren jeweils zwischen 3.500 und 5.200 Euro, 1.200 Euro sowie rund 500 Euro für ein Webinar.

In Düsseldorf, Berlin und München schult die Deutsche Presseakademie (depak) zum Thema „Kommunikation und Marketing für Web 2.0“, Gebühr: 690 und 990 Euro.

Die „die dialog akademie“ (dda) bietet Crashkurse und berufsbegleitende Kompaktstudiengänge zum „Social Media Manager“ für 445 bis 650 Euro pro Seminartag.

In einem dreitägigen Zertifikatslehrgang schult das Forum für Führungskräfte (FFF) zum „Online Marketing Manager“, Gebühr: 1.795 Euro.

Die IHK Akademie München bildet zum „Social Media Manager IHK“ aus, 1.635 Euro für fünf Seminartage.

Checkliste: Zehn Gebote für Social-Media-Manager 1. Lernen Sie zuzuhören.
2. Nehmen Sie Kritik ernst
3. Kommunizieren Sie offen, ehrlich und kritikfähig
4. Beweisen Sie Flexibilität
5. Machen Sie Ausdauer zu Ihrer Tugend
6. Seien Sie schnell
7. Helfen Sie bei Problemen
8. Individualisieren Sie Ihre Produkte/ Dienstleistungen
9. Belohnen Sie kommunizierende Kunden
10. Vermeiden Sie klassisches Marketing
Quelle: Daniel Gremm, IHK München Web-Service

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Zuerst erschienen in: Creditreform 5/2013