Das Unternehmermagazin aus der Handelsblatt Media Group

Creditreform

Mit dem Slogan „Hier spricht der Preis“ und den bekannten 20 Prozent-Rabatten „auf alles“ lockte der Baumarktriese in den letzten Jahren Kunden in seine Märkte. Die erhöhten Rabatte von sogar bis zu 35 Prozent zu Lasten des Gewinns sowie ein vorgezogener SSV (bereits im Juni) wurden von Analysten und Branchenkennern als Zeichen für Liquiditätsprobleme gewertet. Darüber hinaus lagen Creditreform exklusiv bereits vor einigen Wochen von diversen Lieferanteninformationen zu offenen Verbindlichkeiten der Praktiker-Gruppe in Millionenhöhe vor, die zu Lieferstopps führten und die Lage weiter verschärften. Weitere Recherchen bestätigten diese Negativ-Entwicklung.

Schließlich war es soweit: Das Unternehmen gab bekannt, seinen Zahlungsverpflichtungen nicht mehr nachkommen zu können. Einen Tag später, am 11. Juli, wurde die Insolvenz der Baumarkt Praktiker Deutschland GmbH sowie weitere Firmen der Gruppe gestellt. In der Creditreform Premiumauskunft spiegelt sich die negative Bonitätsentwicklung des Unternehmens der letzten Monate entsprechend wider. Auch über die Nachträge der Creditreform Wirtschaftsauskunft wurden Mitglieder bereits seit 2011 regelmäßig über die sich verschlechternde Bonität informiert. Bei einem Creditreform Bonitätsindex von zuletzt 358 lag die

Ausfallwahrscheinlichkeit bereits bei über 7 Prozent. Das Debitorenregister Deutschland, der Zahlungserfahrungspool von Creditreform, lieferte darüber hinaus bereits im Mai alarmierende Hinweise auf Liquiditätsengpässe