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Creditreform

„Der demografische Wandel bedingt, dass es in Zukunft immer weniger gut qualifizierte Fach- und Führungskräfte im erwerbsfähigen Alter geben wird“, sagt Natascha Ljubic. Der ausgerufene „War for Talents“ führe dazu, dass sich Unternehmen vermehrt als attraktiver Arbeitgeber positionieren, um potenzielle Mitarbeiter „mit gestiegener Verhandlungsmacht“ anzusprechen.

„Die jungen Fach- und Führungskräfte der Generation Y lassen sich auf klassischem Wege nur schwer rekrutieren. Unternehmen müssen die Talente vielmehr im Social Web umwerben, ihnen interessante Herausforderungen bieten und vor allem glaubwürdig kommunizieren“, so Ljubic. „Will man neue Mitarbeiter gewinnen, werden Präsenzen neben Facebook-Karriereseiten in Business-Netzwerken wie Xing oder Linkedin bei internationaler beziehungsweiseglobaler Ausrichtung des Unternehmens aufgebaut.“

Transparente Bewerber

Bei der Personalauswahl werde viel in die Recherche nach geeigneten Kandidaten investiert. „Hier ist vielen Bewerbern gar nicht bewusst, wie transparent sie im Internet sind“, berichtet Ljubic und verweist auf die Personalauswahl eines Kunden, der nach einer Internetrecheche festgestellt habe, dass die Bewerberin bereits bei der Bewerbung schwanger war.

Eine große Zahl der Arbeitgeber sei inzwischen mit Karriereauftritten auf verschiedenen Plattformen präsent, um Stellen auf Xing oder LinkedIn anzubieten. Aber was lässt sich wo und wie am besten kommunizieren?

Wahl der Kommunikationskanäle

Je nach dem, wie weit der potenzielle Bewerber in seinem Bewerbungsprozess fortgeschritten ist, seien für ihn verschiedene Kommunikationskanäle von Bedeutung. „Von der ersten Informationssuche bis zur finalen Bewerbung spielen Print, Online, Face-to-Face-Kommunikation und andere Kanäle wie Radio und TV unterschiedliche Rollen. Der richtige Kommunikationsmix bestimmt den Erfolg der Personalsuche im Web“, so die Expertin.

Gehe es zum Beispiel um die Steigerung der Awareness, also um die grundsätzliche Bekanntheit, seien Rekrutierungsbroschüren, Hochschul- und Studierendenmagazine sowie mobile Apps die effizientesten Kommunikationskanäle.

Checkliste für die Personalsuche in den sozialen Medien:

• Ist die Strategie (Ziel des Engagements, Zielgruppen) im Social Web definiert und sind die Aktivitäten im Web aufeinander abgestimmt?

• Gibt es ein Team oder Einzelpersonen, die sich um den Bereich Social Media kümmern?

• … einen Leitfaden für die Planung aller Social-Media-Aktivitäten, der durchgängig angewendet wird und wo die Abläufe regelmäßig überprüft und optimiert werden?

• … Geldmittel für das laufende systematische Social-Media-Engagement mit Zielgruppen?

• … professionelle und automatisierte Monitoring-Tools?

• … attraktive Auftritte und Vernetzungen der Social-Media-Kanäle untereinander und mit der Website?

• … einen Kommunikationsplan mit genügend Vorlaufzeiten zum regelmäßigen Publizieren in den Social-Media-Kanälen?

• … genügend Ressourcen für einen intensiven Dialog mit den Zielgruppen und kurzen Reaktionszeiten (binnen 24 Stunden)?

• … formalisierte Prozesse zur Weiterbildung bezogen auf Neuentwicklungen, Nutzungsverhalten etc. der sozialen Medien?

• Sind die Erfolge des Social-Media-Engagements für alle Mitarbeiter greifbar und gibt es dafür Unterstützung auf breiter Front?

Weitere Themen rund um Social Media für Unternehmen finden Sie im Blog von Natasche Ljubic. (mil)

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